Abnehmtabletten erfreuen sich hierzulande einer wachsenden Beliebtheit. Viele von uns treibt der Wunsch nach einer Abnahme. Leider gelingt es nur wenigen, erfolgreich ein gesundes Körpergewicht zu erreichen. Oft stehen Faktoren wie Stress im Alltag, mangelnde Motivation oder diverse Erkrankungen einer Gewichtsreduktion im Weg. Die Rate an übergewichtigen Personen nimmt bedingt durch den bequemen Lebensstil in den Industriestaaten daher stetig zu.

Abnehmwillige greifen daher immer öfters zu ominösen Präparaten, umgangssprachlich auch als Abnehmtabletten bezeichnet. Doch wie wirksam sind diese Produkte, welche Nebenwirkungen können durch eine Einnahme auftreten und erhöhen sie mitunter sogar das Risiko für einen Schlaganfall?

Was sind Abnehmtabletten?

Was sind AbnehmtablettenEine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung an der frischen Luft bilden die Grundlage einer gesunden Gewichtsreduktion. In einigen Fällen reichen diese Maßnahmen für eine Gewichtsreduktion jedoch nicht aus. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn gewisse Vorerkrankungen wie Diabetes oder ein hoher Blutdruck bestehen.

Abnehmtabletten können hier Abhilfe schaffen und einen gewünschten Gewichtsverlust herbeiführen. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen mit eigenen komplexen Wirkungsmechanismen.

Wie wirken die Präparate und ab wann ist mit einer Wirkung zu rechnen?

Präparate im freien Handel versprechen einen schnellen und einfachen Gewichtsverlust. Nahrungsergänzungsmittel dieser Art sind zwar reguliert, doch können sie besagte Versprechen nur selten halten. Einige der Präparate können bei falscher Anwendung gar der Gesundheit schaden. Regulierte und von der FDA zertifizierte Abnehmtabletten besitzen zwar eine nachgewiesene Wirkung, doch auch rezeptpflichtige Pillen bieten keine Erfolgsgarantie für eine Abnahme.

Patienten berichten über eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von fünf Kilogramm pro Monat durch die Einnahme eines Präparats. Medikamente zur Gewichtsabnahme besitzen unterschiedliche Wirkungsmechanismen. Die meisten der Pillen zielen auf die Zügelung des Appetits ab oder reduzieren die Resorptionsfähigkeit des Darms von Fetten.

Andere Präparate zielen auf die Erhöhung des Fettstoffwechsels ab oder versuchen durch Füllstoffe ein Sättigungsgefühl zu simulieren.

Diese Abnehmtabletten Arten gibt es

Präparate dieser Art gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen, in verschiedenen Farben und Formen, ob als Tablette, Pulver oder Kapsel. Sie alle haben das Ziel, den Stoffwechsel anzukurbeln oder anderweitige Mechanismen auszulösen, die letztlich zu einer raschen Gewichtsabnahme führen.

Erhältlich sind sie entweder frei verkäuflich in Drogerien und Supermärkten oder über Rezept aus Apotheken. Zu den gängigsten angebotenen Abnehmtabletten gehören unter anderem:

Fatburner

Unter Fatburnern verstehen wir ein Nahrungsergänzungsmittel, welches den Fettstoffwechsel des Körpers auf natürliche Weise ankurbeln soll. Sie sollen die Fähigkeit des Körpers erhöhen, Energie aus dem Verbrennen der Fettreserven, statt aus den Glucose-Speichern der Muskeln zu ziehen. Häufig gibt es nicht nur einen, sondern viele Wirkstoffe, wie Koffein oder Guarana, welche den Stoffwechsel beschleunigen. Neben der gezielten Beschleunigung des Fettstoffwechsels hemmen derartige Präparate den Appetit.

Ein häufig vertretener Wirkstoff ist CLA (konjugierte Linolsäure). Der Wirkstoff erschwert die Ablagerung weiterer Fettreserven und beschleunigt den Abbau von Fett. Der Inhaltsstoff Chrom verhindert einen starken Anstieg oder Abfall des Blutzuckerspiegels und reguliert auf diese Weise das Hungergefühl. Derartige Abnehmtabletten sind im Handel frei erhältlich und können einen gesunden Lebenswandel positiv unterstützen.

Kohlenhydrateblocker

In der Ernährung unterscheidet man zwischen den drei Makronährstoffen Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate. Essenziell für den menschlichen Körper sind jedoch nur Eiweiße und Fette. Kohlenhydrate sättigen nur kurzzeitig und lassen den Insulinspiegel schnell in die Höhe schießen. Überflüssige Kohlenhydrate wandelt der Körper effizient um und lagert diese als Fettpolster ein.

Abnehmtabletten in Form von Kohlenhydrateblocker haben, wie der Name schon verlauten lässt, die Aufgabe, die Aufnahme von Kohlenhydraten über die Nahrung zu hemmen. Die Präparate aus der Apotheke können zwischen 40 und 75% der Kohlenhydrate aus einer Mahlzeit blocken. Dies funktioniert durch die Hemmung des Enzyms Alpha-Amylase, welches der Körper benötigt, um komplexe Kohlenhydrate in Glucose aufzuspalten.

Appetitzügler

Essen wir regelmäßig übergroße Portionen, gewöhnt sich der Körper an die massive Aufnahme von Nahrung und fordert nach Nahrungsmitteln, obwohl der Körper mit einer ausreichenden Menge an Nährstoffen versorgt ist. Das Hungergefühl entsteht dabei durch die Ausschüttung eines speziellen Botenstoffs im Gehirn. Echte Appetitzügler wie Alvalin hemmen die Produktion dieses Botenstoffs. Präparate dieser Art sind rezeptpflichtig.

Desweiteren gibt es unter den Abnehmtabletten noch sogenannte Fettbinder bzw. Fettblocker, welche wie Kohlenhydrateblocker die Aufnahme von Fetten im Darm um bis zu 30% verringern und somit ein Kaloriendefizit begünstigen, und sogenannte Sättigungs- bzw. Quellmittel. Diese enthalten Füllstoffe wie Kollagen oder Zellulose, natürliche Ballaststoffe, die im Magen aufquellen und für ein Sättigungsgefühl sorgen.

Die richtige Einnahme der Abnehmtabletten

Die richtige Einnahme richtet sich nach dem Präparat. Eine eigenständige Erhöhung der Dosis sollte nicht ohne Absprache mit einem Arzt erfolgen. Auch frei erhältliche Präparate können bei entsprechender Dosis schwerwiegende Nebenwirkungen auslösen. Enthalten die Abnehmtabletten Koffein, ist eine vorherige ärztliche Untersuchung sinnvoll. Auch auf eine allergische Reaktion ist das Präparat vor der Einnahme zu testen.

Diese Nebenwirkungen sind möglich

Mögliche durch die Einnahme von Abnehmtabletten induzierte Nebenwirkungen variieren und hängen von der Art des Präparats ab. Stimulierende Präparate wie Fatburner können zu einem erhöhten Blutdruck, Schlaflosigkeit und Herzklopfen führen. Bei langfristiger Einnahme kann es nach Absetzen des Präparats zu Entzugserscheinungen kommen. Präparate, welche die Aufnahme von Kohlenhydraten oder Fetten blockieren, können Darmbeschwerden, Durchfall oder Blähungen hervorrufen.

Rezeptpflichtige Präparate wie Alvalin wirken direkt im zentralen Nervensystem und können Nebenwirkungen wie starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Übelkeit und Mundtrockenheit auslösen. Die meisten Präparate eignen sich grundsätzlich nur zur kurzfristigen Einnahme über wenige Monate.

Erhöhen Abnehmtabletten das Risiko für einen Schlaganfall?

Abnehmtabletten Risiko für GesundheitNoch vor einigen Jahren enthielten Abnehmtabletten zur Steigerung des Stoffwechsels den Wirkstoff Norephedrin. Der Stoff gehört zur Klasse der Amphetamine und ähnelt dem aufputschenden Stoff Ephedrin sowohl strukturell als auch in der Wirkungsweise. Laut neuester Studien sorgen Präparate mit den Wirkstoffen Norephedrin und Koffein für eine Verengung von Blutgefäßen und einem erhöhten Blutdruck.

Derartige Nebenwirkungen treten vermehrt mit einer erhöhten Dosierung der Präparate auf und können das Risiko für einen Schlaganfall drastisch erhöhen. Heutzutage ist der Wirkstoff Norephedrin in der EU nicht mehr als Wirkstoff in frei erhältlichen Präparaten zugelassen.

Schlusswort

Abnehmtabletten können eine gesunde Lebensweise keineswegs ersetzen, allerdings können sie bei verantwortungsbewusstem Gebrauch eine Abnahme unterstützen und einen positiven Lebenswandel herbeiführen. Vor der Einnahme diverser Präparate ist ein Gespräch mit einem Arzt ratsam, um etwaige Unverträglichkeiten oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auszuschließen.

Vom Kauf von rezeptpflichtigen Abnehmtabletten aus dubiosen Online-Shops ist dringend abzusehen, da nicht zugelassene Wirkstoffe gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen können.

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